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1

Dienstag, 4. Oktober 2011, 11:20

Gummi-Start mit LS7

Hallo,
ich habe gestern nach monatelangem Zögern meine LS7 mit einem dicken, aber langen Gummi (mit Nylonschnur als Verlängerung) in den Himmel geschickt. Sie ist zwei mal wunderbar geflogen.
Das erste mal ist das schief gegangen (glücklicherweise ohne schlimmere Schäden), weil ich den Gummi nicht straff genug gespannt hatte. Ich habe ihn inzwischen aber mit einem Timon (Arthobby) mehrfach getestet und mich erst jetzt an die LS7 damit gewagt. Ich war überrascht wie super auch der Leichtwind/ Thermik-Segler Timon mit diesem Gummi zurecht kommt.
Bei der LS7 mache ich mir aber dennoch Sorgen. Sie sackt auch bei starkem Zug zunächst wohl einfach durch ihr Gewicht etwas nach unten, bevor sie richtig Fahrt aufnimmt und hochsteigt. Bei YouTube habe ich Leute gesehen, die ihre Segler hinten am Rumpf halten und ein paar mal nach oben/ unten wippen, bevor sie den Segler mit der Aufwärtsbewegung los lassen. Dabei muss man vermutlich extrem aufpassen, dass man die Flächen exakt gerade belässt, aber wäre das vielleicht eine Möglichkeit, um das Durchsacken zu verhindern? Oder was könnte ich noch stattdessen anders machen (außer Starten aus dem Lauf am Hang).
Gruß,
Andreas

Heinz

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2

Dienstag, 1. November 2011, 09:45

Servus Andreas,

entscheidend für das Steigen ist die korrekte Position des Starthakens!
Je weiter der Haken "vor" dem Schwerpunkt sitzt, desto mehr zieht es das Modell nach unten.
Am besten ist eine Hakenleiste (2-3 Positionen), wo du je nach Können und Gegebenheiten die Leine einhängen kannst.
Fange etwa 2cm vor dem SP an. Ich starte bei ca. 1cm vor dem SP. Ist ein alter Balsasegler (Zenit 1974).

Das Halten des Modells am Rumpfende und Wippen ist meines Erachtens aus 2 Gründen mit Vorsicht zu genießen:
1) hält der Rumpf der Belastung stand?
2) den genauen Zeitpunkt des Loslassens zu "erwischen"!

Ich nehm das Modell noch immer beim Rumpf in der Nähe des Hakens, wo ein Spant im Rumpf ein Eindrücken durch das Halten verhindert.
Funktioniert einwandfrei.

Wie lange ist der Gummi und wie lang das Silk?

LG Heinz

3

Mittwoch, 2. November 2011, 17:43

Hallo Heinz,
vielen Dank für die Antwort!
Die Dicke und Länge des Gummi weiß ich nicht genau. Müsste ich erst im Keller nachmessen..... Der Gummischlauch ist etwa 1cm dick und ich schätze mal 30 m lang. Daran ist dann noch ca 100m Nylonschnur.
Ich habe die LS7 damit inzwischen ein paar mal in der Luft gehabt. Sie fliegt super. Trotz des nicht unerheblichen Gewichts (das mir eben bei den ersten Starts Sorgen gemacht hat) hat sie einen phantstischen Gleitwinkel. Auch ohne Thermik-Anschluss segelt sie noch ewig knapp über dem Boden dahin...... Das ist Freude pur zu beobachten.
Ich habe sie auch wie Du empfiehlst immer am Rumpf beim Haken festhaltend losgelassen. Die andere Technik ist mir zu unsicher. Ich fürchte, dass das irgndwann schief geht.
Die LS7 hat bei den ersten Starts nur einen bedenklichen Durchsacker gehabt, bis mir klar geworden ist, dass ich ihr auch am Seil einen leichten Schubs nach vorne mitgeben muss. Sonst dauert es auch bei starker Seilspannung zu lange bis sie genügend Fahrt aufnimmt. Das ist schon notwendig oder? Ich hatte vorher ein viel dünneres Seil für einen Timon (Arthobby) und da stand in der Beschreibung, dass man jedenfalls nur loslassen soll.....
LG,
Andreas

Heinz

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4

Mittwoch, 2. November 2011, 20:31

Die LS7 hat bei den ersten Starts nur einen bedenklichen Durchsacker gehabt, bis mir klar geworden ist, dass ich ihr auch am Seil einen leichten Schubs nach vorne mitgeben muss. Sonst dauert es auch bei starker Seilspannung zu lange bis sie genügend Fahrt aufnimmt. Das ist schon notwendig oder? Ich hatte vorher ein viel dünneres Seil für einen Timon (Arthobby) und da stand in der Beschreibung, dass man jedenfalls nur loslassen soll.....
Servus Andreas,

ist es nicht so, dass sich jeder leichter tut, der einen Schubs ins "Leben" kriegt? ;)
Ist doch für beide einfacher: das Modell erhält gleich Fahrt in der Wurfhöhe und du brauchst dich nicht fürchten, dass du mit dem Knüppeln nicht zurande kommst,
weil es ohne Wurf durchsackt ... :S
Ich gib jedem Modell an der Leine mit einem beherzten Wurf genug "Startkapital" mit.

LG Heinz

5

Mittwoch, 7. März 2012, 20:51

Heute hätte ich die gute alte Lady fast verloren...... Es ist gerade noch einmal gut gegangen..... Sie ist direkt nach dem Start extrem um die Längsachse nach links gekippt, war schon um 90 Grad gedreht, mit der linken Tragflächenspitze senkrecht nach unten. Ich habe es trotzdem noch geschafft sie am Seil hängend wieder gerade auszurichten. Sie ist dann normal ausgeklinkt und geflogen. Jetzt frage ich mich, was los war?
Meine Frau hat das ganze gefilmt und ich habe mir alles in Zeitlupe angesehen. Ich dachte erst sie schief geworfen zu haben. Aber das sieht alles gerade aus. Aber sie ist direkt nach dem Loslassen mit dem Schwanzende ziemlich nach unten durchgesackt und hat sich erst anschließend zur Seite geneigt. Der entscheidende Fehler schient mir also eher in dem Absacken des Schwanzende und Aufbäumen des Seglers insgesamt zu liegen. Wie kann so was passieren? Was könnte ich falsch gemacht haben?
Gruß, Andreas

7

Donnerstag, 8. März 2012, 18:12

Auf das Video habe ich gewartet:

Vor dem Wegkippen gleich nach dem Freigeben geht der Schwanz tief, also liegt die Vermutung nahe, dass Du gezogen hast.
Was zu einem einseitigen partiellen Strömungsabriss und Teil-Auftriebsverlust bei der noch geringen Geschwindigkeit führte.

Wünsche Euch ein gesundes und unfallfreies Leben!
Rudy

8

Donnerstag, 8. März 2012, 18:14

Hi!

Dein Haken ist zu weit hinten. Daher der steile Start und der Segler kippt zur Seite.

Probiere mal 2-3cm weiter nach vorn.



Gruß

Heiko-L

9

Donnerstag, 8. März 2012, 19:34

Vielen Dank für die beiden Antworten!
Die Position des Haken sollte stimmen. Der Vorbesitzer hat ihn exakt nach Anleitung 410 mm hinter der Nasenspitze angebracht. Das habe ich gerade nachgemessen.
Der entscheidende Tip ist für mich der von Rudy. Ich habe zwar ganz sicher nicht gezogen, aber vergessen das Höhenruder nochmal zu kontrollieren. Ich vermute, dass es zu sehr auf Höhe getrimmt war. Wenn man den Handstart unmittelbar zuvor ansieht, fällt einem mit Rudys Vermutung im Hinterkopf auf, dass die LS 7 selbst bei diesem kurzen Flug leicht pumpt. Sie geht erst etwas hoch, dann sofort runter und steigt noch einmal vor der Landung. Wäre das eine mögliche Erklärung?
Andreas

10

Donnerstag, 8. März 2012, 19:47

Ja freilich!

Wünsche Euch ein gesundes und unfallfreies Leben!
Rudy

11

Freitag, 9. März 2012, 06:44

Höhenruder war wohl auch ok - zumindest jetzt beim nochmaligen Überprüfen daheim. Aber der Schwerpunkt war zu weit vorne. Ich habe etwas Blei aus der Spitze nehmen müssen. Ich werde das jetzt erst mit Handstarts überprüfen, bis alles sicher passt, bevor ich die LS 7 wieder mit Seil starte.
Andreas

12

Freitag, 9. März 2012, 08:51

Schwerpunkt zu weit vorne bedeutet ja, dass dagegen das Höhenruder etwas auf hoch war.
Beim neuen Hand-Einfliegen "Hoch" etwas reduzieren, weil es ist in Bodennähe einfacher leicht zu ziehen als sich mit Pumpen und Drücken herumzuschlagen.

Wünsche Euch ein gesundes und unfallfreies Leben!
Rudy

13

Freitag, 9. März 2012, 09:15

Und ich würde nicht so viel rennen. Gib dem Flieger einen guten Schubs und laß´ den Gummi arbeiten. Die Strecke, die Du rennst, nimmst Du dem Gummi um seine volle Kraft zu entfalten. Wenn die anderen Einstellungen stimmen, dann reicht das kraftvolle Werfen aus.
Ich kann nur das verantworten, was ich geschrieben habe, nicht aber das, was Ihr verstanden habt! :thumbup:

14

Samstag, 10. März 2012, 21:34

Hallo,
ja, also werde ich etwas Höhe zurücknehmen vor dem ersten Handstart.
Und was das Laufen beim Seilstart angeht: Da bin ich selbst erschrocken, als ich das gesehen habe. Auch das ist sicher richtig. Das mache ich sonst nie. Aber meine anderen Segler, die ich mit Seil starte, sind leichter. Mich hat wahrscheinlich einfach das Gewicht der LS7 verleitet, ein paar Schritte nach vorn zu machen (und vielleicht auch der Handstart direkt davor....). Aber das ist Unfug, keine Frage. Na ja, so lernt man halt Stück für Stück.
Beim Handstart muss ich dran denken, erst den abschließenden Schubs zu geben, wenn ich spüre, dass die LS7 anfängt durch die Luft getragen zu werden. Da habe ich manchmal zu früh aufghört zu laufen und zu früh geworfen. Außerdem habe ich noch Probleme bei der LS7 den Lauf nicht wieder zu sehr zu stoppen in dem Moment, wenn ich sie losschiebe, sondern sie wirklich aus dem vollen Lauf loszuschubsen. Aber am Seil muss ich ihr aus dem Stand nur noch einen kräftigen Schubs in die richtige Richtung mitgeben. Aber da brauche ich außerdem auch ordentlich Zug auf dem Seil. Und da muss der Schubs einfach präzise sitzen, sonst kann auch das wohl bös ins Auge gehen....
Ich war übrigens überrascht, dass ich mit demselben Seil auch meinen Arthobby-Timon starten kann. Das ist irre, was der an Seilzug verträgt - trotz seines viel geringeren Gewichts. Vielleicht werde ich das mit ihm einfach auch nochmal üben.
Aber insgesamt komme ich immer mehr zu der Überzeugung, dass genau das alles ganz wichtige Lernerfahrungen sind. Mit einem E-Motor und massig mAh hängt jeder Segler sofort an der Latte. Aber ein wirkliches Gespür für den Segler entwickelt man eigentlich erst, wenn man ihn von Hand wirft oder am Seil startet. Ich werfe jetzt auch meine E-Segler alle von Hand und starte zum Beispiel am Hang den Motor erst, wenn ich ihn absolut brauche. Ich mag dieses Gefühl, dem Segler die eigene Kraft mit auf den Weg gegeben zu haben.
Viele Grüße,
Andreas

15

Sonntag, 11. März 2012, 08:04

Na ja, so lernt man halt Stück für Stück.
Und so soll es ja schließlich auch sein.
Und immer daran denken: Nur beim Fliegen fallen auch Meister vom Himmel!
Ich kann nur das verantworten, was ich geschrieben habe, nicht aber das, was Ihr verstanden habt! :thumbup:

16

Dienstag, 13. März 2012, 20:33

Hallo,
ich stelle einfach mal ein Foto der LS7 ein. Es ist selbst im Netz so wenig über sie zu finden.



Heute habe ich sie am Hang von Hand gestartet. Mit gutem Gegenwind ist sie sauber hinaus gesegelt und hat sich mühelos am Hang gehalten. Es ist phantastisch wie ruhig und gütmutig sie fliegt, aber mit dem Wind auch ordentlich Tempo aufnimmt.
Ich habe sie bisher einfach bei zu wenig Wind gestartet. Da muss man echt zügig laufen und kräftig werfen, um sie richtig in Fahrt zu bekommen. Aber am Hang mit etwas Gegenwind geht das viel leichter.
Also wieder eine Lernerfahrung mehr.....
Vielen Dank nochmals an alle für die wertvollen Tips.
Andreas

17

Freitag, 30. März 2012, 12:53

Handstart LS7

Hallo,
habe die LS7 jetzt merhfach am Hang von Hand gestartet. Mit etwas Gegenwind gleitet sie sofort stabil nach oben und segelt schön dahin. Findet ihr, dass sie noch zu sehr wellig fliegt (hab den SP zurückgenommen und Höhe reduziert)? Ich hänge ein Video von zwei Hanstarts mal an. Leider sieht man die LS7 nach dem Start nur noch aus der Ferne. Vielleicht können die Experten trotzdem was erkennen/ sagen....
Viele Grüße,
Andreas


Hier noch der Link zum Video: LS7 Tangent Handstart.avi
- YouTube

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